Verbesserung des Tonwertumfangs eines Ausdrucks mit SpyderPRINT

Von John Walrath

Haben Sie jemals einen Druck erstellt, dessen Dynamikumfang nicht derselbe zu sein schien wie auf Ihrem Monitor? Dies ist ein häufig auftretendes Problem und der Grund für so manche Frustration. Ein Druck mit vollem Tonwertumfang und Detailzeichnung in Schatten und Spitzlichtern kann ganz einfach sein.

Der Begriff “screen to print match” fällt häufig in der Diskussion um Farbmanagement. Natürlich geht es darum, wie ein farbechter Druck produziert werden kann, der genau abbildet, was zuvor auf dem Monitor angezeigt wurde. Wenn die Abstimmung von Display und Druck diskutiert wird, ist es wichtig zu berücksichtigen, dass ein von hinten beleuchtetes Display sich stark von einem Bild unterscheidet, das auf Papier gedruckt wird. Es mag offensichtlich klingen, aber wenn Sie einmal verstehen, dass Monitor und Papier unterschiedlich sind, können Sie lernen wie Sie ein perfektes Druckprofil für jedes beliebige Papier erstellen. Dieser Vorgang beginnt mit der Kalibrierung des Monitors.

Die Rolle des Farbmanagements

Ein präziser Einblick in Ihre digitale Welt ist unabdingbar. Fotografen leben in einer Welt, in der kleine, subtile Anpassungen einen riesigen Unterschied ausmachen. Kleine Feinheiten können den Unterschied zwischen einem guten und einen schlechten Bild bedeuten. Ihr Monitor muss dabei Ihr zuverlässiger Verbündeter sein, der Ihnen eine farbtreuen Wiedergabe Ihrer Werke zeigt, so dass Sie an Ihrem Bild so künstlerisch tätig werden können, wie Sie es sich vorgestellt haben – ohne dass Ihr Monitor es verfälscht.

Bei der Monitorkalibrierung werden ein Sensor und spezielle Software verwendet, um ein Display auf präzise Farbwiedergabe, Tonwertumfang, Kontrast und Helligkeit hin zu analysieren. Im Anschluss wird eine Korrektur in Form eines ICC-Profils vorgenommen. Dieses Profil korrigiert Ihren Monitor, so dass Farb- und Tonwerte bei einer spezifischen Helligkeit, die während der Kalibrierung ermittelt wird, korrekt wiedergegeben werden. Für fotografische Zwecke ist eine Luminanz (Helligkeit) zwischen 100 und 120cd/ m2 in einem spärlich beleuchteten Raum am besten geeignet.

Datacolors aktuelle Lösung für präzise Farbwiedergabe am Monitor ist der Spyder5. Wenn Sie selbst drucken, sollten Spyder5PRO, Spyder5ELITE, Spyder5STUDIO oder Spyder5CAPTURE PRO die Werkzeuge Ihrer Wahl sein.

s5studio

Wie zuvor erwähnt, ist der Tonwertumfang Ihres Monitors ein anderer als der eines Ausdrucks und daher ist die Wiedergabe Ihrer Bilddatei auf einem Display auch viel besser als auf Papier. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem effektiven Druck ist das Verständnis dafür, wie das auf dem Monitor angezeigte Bild auf das Papier übertragen bzw. durch Ihren Drucker mit all seinen beschränkten physischen Möglichkeiten auf Papier abgebildet wird. Ziel ist es, die Primärfarben zu linearisieren, um perfekten Farbangleich und vernünftig angepasste Gradationskurven für einen maximalen Farbumfang auf Papier zu erzielen.

Druckerprofile funktionieren sehr ähnlich wie eine Monitorkalibrierung. Sie beschreiben die nativen Eigenschaften einer bestimmten Papier-Drucker-Kombination und werden verwendet, um eine Bilddatei in ein gedrucktes Bild zu übersetzen.

 

Es gibt zwei Arten von Profilen: generische und benutzerdefinierte Profile. Generische Profile werden für die Allgemeinheit erstellt, damit Papier und ein bestimmtes Druckermodell funktionieren. Sie sind im Druckertreiber hinterlegt oder können vom Papierhersteller bezogen werden. Benutzerdefinierte Profile werden durch Analyse Ihres speziellen Druckers und dessen Druckeigenschaften auf einem bestimmten Papier erstellt. Benutzerdefinierte Profile sind qualitativ hochwertiger als generische Profile, da sie stets speziell für die jeweilige Kombination aus Drucker und verwendetem Papier erstellt werden.

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SpyderPRINT ist Datacolors Lösung zur Erstellung benutzerdefinierter Druckerprofile. Ein Profil wird durch Ausdruck einiger Testmuster bei ausgeschaltetem Farbmanagement und anschließendem Einmessen von Farbfeldern mit einem Messwerkzeug (Spektrophotometer) erstellt. Dadurch, dass das Farbmanagement ausgeschaltet ist, gibt Ihr Drucker die Testmuster ohne jeglichen Einfluss von Software wieder und zeigt so seine ursprünglichen Eigenschaften.

Die Testmuster des SpyderPRINT reichen von 225 Feldern bis zu über 729 unterschiedlichen Farbfeldern sowie weiteren 238 Feldern entlang der Grauachse. Die Verwendung eines solch weiten Spektrums lässt eine ausführliche Datenerhebung von fast 1000 Messungen zu, die die Erstellung eines sehr detaillierten Korrekturprofils ermöglichen.

Die spezifischen Eigenschaften Ihres Druckers und Papiers, wie Schwarz- und Weißpunkt, Farbtemperatur und präzise Farbwiedergabe werden analysiert. Einem Druckerprofil kommt eine wichtige Aufgabe zu.

Je hochwertiger das Profil, desto besser die Trennung von Tonwerten und desto besser die farbtreue Übereinstimmung von Druck und kalibriertem Monitor. Nicht jeder Drucker derselben Produktlinie druckt gleich und auch die Menge an im Druck verwendeter Farbe ändert sich mit der Zeit. Ein benutzerdefiniertes Profil kann mehrfach erstellt werden, damit diese Änderungen im Zeitverlauf Berücksichtigung finden. Ein spezielles Profil für seinen Drucker zu haben sorgt zudem dafür, dass er immer optimale Ergebnisse erzielt.

Prepare the Profile

spyderprint_edit_screen

Eine einzigartige Funktion des SpyderPRINT ist die Erstellung flexibler Profile, die individuell bearbeitet werden können. Ein Anwendungsbeispiel dafür ist etwa, wenn Sie eine Druckserie erstellen müssen, die einen speziellen Look haben soll, z.B. Sepia. Sie können ein benutzerdefiniertes Profil als Basis verwenden und die Sepiatönung auf das Profil anwenden. Unter Presets anpassen sind verschiedene Looks hinterlegt, aber Sie können ebenso beliebig viele benutzerdefinierte Voreinstellungen aus Anpassungen in den beiden Tabs Basic und Advanced für den zukünftigen Einsatz erstellen.

Weitaus häufiger wird der Profile Editor verwendet, um den Tonwertumfang im Rahmen seiner Möglichkeiten anzupassen. In der oberen rechten Ecke werden die Lab-Werte für Weiß- und Schwarzpunkt des Papiers angegeben. Eine der Aufgaben eines Druckprofils besteht darin, die dunkelsten und hellsten Werte in die Schwarz- und Weißpunkte auf dem Papier zu übersetzen. Die Entscheidung wie mit den Werten verfahren wird, die außerhalb des druckbaren Bereichs für Papier liegen, ist der Rendering Intent.

Perzeptives und relatives farbmetrisches Rendering sind die Rendering Intents, die wir üblicherweise beim Tintenstrahldruck verwenden. Perzeptives Rendering verschiebt die dunkelsten und hellsten Werte eines Bildes im Verhältnis zu den Schwarz- und Weißpunkten des Papiers. Alle weiteren Werte im Bild werden ebenso verschoben. Dies ist häufig dann die bevorzugte Vorgehensweise, wenn das Papier einen tiefen Schwarz- und Weißpunkt hat. Verfügt das Papier nicht über einen tiefen Schwarz- und Weißpunkt, kann diese Methode den Look des Bildes verändern und man sieht eine Farbverschiebung. Häufig ist dies vorzuziehen, da helle und dunkle Töne erhalten bleiben. Es ist wichtig sich daran zu erinnern, dass das Verhältnis zwischen den Tonwerten gleich bleibt. Ein Druck wird niemals direkt neben einen Monitor gehalten und da diese Verhältnisse unangetastet bleiben, nehmen wir den Druck als authentische Wiedergabe unserer gewünschten Darstellung wahr.

Relativ farbmetrisches Rendering fixiert die Tonwerte im druckbaren Bereich und verschiebt die dunklen und hellen Tonwerte, die außerhalb des auf Papier druckbaren Bereichs liegen so, dass sie den jeweils dunkelsten und hellsten druckbaren Tonwerten entsprechen.

Je nach Papier werden Sie beschnittene Farben in hellen oder dunklen Bereichen bemerken, aber die Tonwerte innerhalb des Gamuts bleiben erhalten.

Wie Sie sehen, können Tonwerte ohne präzisen Schwarz- und Weißpunkt nur ungenau angepasst werden.

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Dieses Bild der Radio City Music Hall wurde auf meinem bevorzugten Mattpapier gedruckt. Die Tonwerte für die Schatten im oberen Bildbereich wurden im SpyderPRINT Profil nach meinem Geschmack angehoben. Die Flexibilität, die sich mir durch diese Art der Bearbeitung meines Profils eröffnet, ermöglicht mir einen weitaus effizienteren Druck, der meiner kreativen Vision auf jedem Papier entspricht.

Da das Druckprofil die Aufgabe übernimmt, die Information zwischen Bild und Druck zu konvertieren, sollte das Profil nicht nur präzise, sondern auch am besten für den jeweiligen Druck geeignet sein. Häufig profitiert das Endergebnis von einer kleinen Verstärkung der Tiefen und einer Reduktion von Spitzlichtern. Diese Anpassung kann über das Profil durch Anpassung der Schieberegler für Tiefen und Spitzlichter im Tab Advanced vorgenommen werden.

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Möglicherweise ist der optimale Weg zur Bearbeitung von Tonwerten für Tiefen und Spitzlichter der Import einer benutzerdefinierten Tonwertkurve. Dieser erfolgt über Photoshop in Form einer Tonwertkurven-Ebene. Diese Kurve kann gespeichert und in den SpyderPRINT Profil- Editor importiert werden. Im Gegensatz zur Verwendung von Schiebereglern kann eine solche Kurve die Tonwerte eines Profils präzise bearbeiten.

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Die Auswirkungen sämtlicher Anpassungen können über die Soft Proof Ansicht betrachtet werden, damit eine optimale Bearbeitung erzielt werden kann. Sie können sogar die in der Soft Proof Ansicht verwendeten Bilder drucken, um die Auswirkungen auf dem Papier zu betrachten.

Abschließende Gedanken

Der Druck ist ein wichtiger Bereich in der Fotografie. Wir haben vielfältige Möglichkeiten, ein Bild digital zu präsentieren, aber die Fähigkeit, einen Druck zu erstellen ist auch heute noch relevant und ein bedeutsamer Teil unseres Erbes als Fotografen. Ich hatte das Glück, zu Hause mit einer Schwarz-Weiß-Dunkelkammer aufzuwachsen, weshalb meine fotografischen Wurzeln in der Ausbelichtung liegen. Heutzutage sind Film und Chemikalien keine notwendigen Bestandteile unserer Handwerkskunst mehr. Der Prozess der Erstellung einer greifbaren Verkörperung unseres kreativen Gedanken ist aber so befriedigend und wichtig wie eh und je. Wenn Sie in der Lage sind, Ihren Workflow vernünftig aufzusetzen und fein abzustimmen, werden Sie beste Ergebnisse weitaus effizienter erzielen.

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